Rolf Dvoracek und der perfekte Augenblick

495 Fotografien aus sechs Jahrzehnten hängen einzeln, zu zweit oder zu viert in schlichten Rahmen an den Wänden oder liegen auf Tischen im Bautzener Stadtmuseum. Mit der Sonderausstellung „Rolf Dvoracek – Die Suche nach dem perfekten Augenblick“ setzt die deutsch-sorbische Stadt dem Schaffen des Pressefotografen ein Denkmal. Dem Inhalt nach stimmt das. Doch es ist viel mehr. Bautzen würdigt mit dieser Schau einen Chronisten der Ortsgeschichte, der lebhaft lebendig uns – seine Kollegen der Seniorengruppe des DJV – und alle, die ihn ansprechen, durch die Ausstellung führt, Bilder mit Geschichten erlebbar macht. Schmunzelnd erzählt er von dem Haus, dessen Wand über Nacht herabgefallen ist und damit der Blick frei wird auf die Toilettenanlage. Genauso liebevoll hat Rolf Dvoracek Details aus Sandstein festgehalten, die restauriert noch heute Gebäude zieren. Für sein Lieblingsfoto ist er in winterlicher Nacht unterwegs gewesen, hat ganz wunderbar die Stimmung zwischen Dunkelheit und Licht eingefangen.
Das Lebenswerk des Pressefotografen Rolf Dvoracek umfasst mehr als einhunderttausend Negative. Da sind die ausgestellten nur ein Bruchteil, bis auf wenige Ausnahmen in der DDR-Zeit entstandene schwarz-weiß Fotografien. Aber sie sagen viel aus, über den Fotografen und seine Stadt, über seine Liebe zu den Menschen in der Region. Immer wieder hört man Besucher sagen: Schau mal; weißt du noch; das war doch… Unsere Begeisterung nahm nochmal Fahrt auf, als wir vor den Vitrinen mit Foto-Technik aus dem persönlichen Fundus aus 60 Jahren Fotografentätigkeit standen – die Pouva Start mit Schraubverschluss, seine erste Spiegelreflexkamera, das riesige Teleobjektiv…
Die Ausstellung, da sind wir uns einig, ist eine ganz besondere Chronik, mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Kurator Hagen Schulz hat mit dem Fotografen ein Begleitbuch zur Ausstellung gestaltet, in dem jedes Foto eine Nummer hat und damit eine genaue Beschreibung erfährt. So kann man entspannt von Bild zu Bild oder quer durch die Jahrzehnte gehen. Außerdem gibt es einen Katalog zur Ausstellung.
Für Neugierige: Die Sonderausstellung im Stadtmuseum Bautzen ist noch bis zum 26. Juni 2016 zu sehen. Mehr Informationen gibt es unter http://www.bautzen.de
Text und Fotos: Sabine Bachert

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Über cosel10

Journalistin für Printmedien; Mitglied im DJV Landesverband Sachsen e.V. Jahrzehntelang war schreiben für Tageszeitungen mein Beruf. Inzwischen tue ich das ohne Zeitdruck und vor allem in Bereich Kultur und Erlebnis.
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