Deutsche und polnische Medientage unter einem Dach

11. Mai 2016, später Nachmittag. Es ist still geworden in der Media-City Leipzig. Die meisten Teilnehmer und Macher des Medientreffpunktes Mitteldeutschland 2016 haben ihre Sachen gepackt. Drei arbeits- und begegnungsreiche Tage sind vorbei. Podien und Werkstätten haben mit einem umfassenden Angebot viel auf den Weg mitgegeben. Abends wurde auf Partys und Treffs weiter geredet und natürlich gefeiert. Auch wenn die Veranstaltung mit dem gewaltigen Titel „Die Wucht des Wandels – In neuen Systemen leben“ nicht alle Erwartungen erfüllten, wer offen war für die Mühen der Macher fand durchaus lohnende Themen und Podien. Wie und ob sich der öffentliche Diskurs wandelt; ob die Medienfreiheit in Europa wackelt und welchen medienpolitischen Herausforderungen wir uns stellen müssen – waren einige. Lebhaft wurde gestritten und diskutiert, nicht immer prickelnd wurden politische Statements verteidigt. Auf dem Podium saßen vor allem männliche Vertreter der Medienbranche. Frauen sind in der Medienpolitik und in den Führungsetagen der Medien noch immer zu wenig präsent.
Die mitteldeutschen Medientage 2016 hatten noch einen sehr schönen zweiten Aspekt.

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Bereits am 11. Mai gingen vormittags  die Deutsch-polnischen Medientage an den Start. Die 9. Auflage dieses länderübergreifenden Ereignisses schloss nahtlos an den Mitteldeutschen Medientreffpunkt an, korrespondierte sogar mit ihm. Das Thema „Europa am Scheideweg – Integration oder Abschottung“ brachte polnische und deutschen Journalisten, Medienpolitiker und Verantwortliche an zwei Tagen in sechs Workshops zusammen. Themen hier unter anderem: Medien machen Meinung oder wie Politik Medien beeinflusst; Digitalisierung im Hörfunk – Folgen für Mitarbeiter und Senderstrukturen; Kulturhauptstadt Europa 2016 in Breslau – Was wissen wir über die Kulturpolitik im Nachbarland.
Ein Höhepunkt der deutsch-polnischen Medientage war zweifellos die Verleihung des Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreises 2016. Dieser Preis wird seit 1997 jährlich vergeben, seit 2008 während der Deutsch-Polnischen Medientage. Der Deutsch-Polnische Journalistenpreis wird von den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, dem Freistaat Sachsen, den drei Woiwodschaften Lebuser Land, Niederschlesien und Westpommern sowie der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit gestiftet.
Im Jahr 2014 wurde mit dem Preis erstmals auch in der Kategorie „Journalismus in der Grenzregion“ ein Beitrag ausgezeichnet, der beispielgebend das Zusammenwachsen und die Veränderungen im Alltag in der Grenzregion dokumentiert und von Journalistinnen und Journalisten aus den sechs Partnerregionen verfasst wurde. Foto: Autorin
http://www.medientreffpunkt.de
http://www.deutsch-polnischer-journalistenpreis.de/

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Über cosel10

Journalistin für Printmedien; Mitglied im DJV Landesverband Sachsen e.V. Jahrzehntelang war schreiben für Tageszeitungen mein Beruf. Inzwischen tue ich das ohne Zeitdruck und vor allem in Bereich Kultur und Erlebnis.
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